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Neue OZ: Neujahrsempfang des Theatervereins |
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Dienstag, den 25. Januar 2011 um 01:00 Uhr |
„Ächzen und alles geben“ Von Marie-Luise Braun Osnabrück. Die laufende Spielzeit ist die letzte für den Theater-Intendanten Holger Schultze und sein Team in Osnabrück. Sie ist nun zur Hälfte um, und so stand der Neujahrsempfang des Theatervereins ganz im Zeichen von Blicken auf das Erreichte und auf die kommenden letzten Monate, in denen Schultze „noch einmal so richtig durchstarten“ möchte.
Nanine Linning nach Osnabrück zu holen gehört zu dem, was Schultze erreicht hat. Vor eineinhalb Jahren kam die niederländische Choreografin und Tänzerin an die Hase. Und stolz vermerkt der Intendant, „sie zeigt, dass man auch mit Tanztheater ganze Häuser füllen kann.“
Eine Kostprobe aus ihrer gerade entstehenden Produktion zum Requiem von Gabriel Fauré führten sechs Tanzstudenten aus Amsterdam bei dem Empfang auf. Fauré hatte das Werk 1887 zwischen dem Tod seines Vaters und seiner Mutter geschaffen. Und auch Linning richtet sich mit ihm an ihre Eltern: „Ich möchte ihnen danken für mein wundervolles Leben.“ Zugleich wolle sie mit dem Requiem, das wesentlich leichter und weicher klinge als die Werke davor, das Leben feiern. Ursprünglich hatte sie vorgehabt, das Stück zum Tod ihrer Eltern einzustudieren: „Aber dann hätten sie nichts davon gehabt.“
Auch der restliche Vormittag, der von Axel Zumstrull, dem Vorsitzenden des Theatervereins, moderiert wird, besteht aus Appetithappen, die kommenden und laufenden Produktionen entnommen sind. Wie der Begrüßungschor aus Hoffmanns Erzählungen, dargeboten vom Herrenchor, Fabian Liesenfeld und Holger Krause, die damit am kommenden Samstag Premiere feiern. Oder zwei Chansons aus „Mein Lieb, mein Leid. Ein Jacques-Brel-Liederabend“, den Thomas Schneider und Friedrich Witte im Emma-Theater zeigen.
„Das Haus wird bis zum Schluss ächzen und alles geben“, sagt Holger Schultze mit Nachdruck. „Der Kaufmann von Venedig“ ist seine letzte Inszenierung in Osnabrück, bevor er seine neue Stelle in Heidelberg beginnt. Und es wird auch noch eine Produktion mit dem Theater in Russe geben. Der bulgarische Regisseur Ivan Stanev wird mit Deutschen und Bulgaren das Stück „Rustschuk – die geteilte Zunge“ inszenieren. Auf Einladung der Bundeskulturstiftung wird das Ensemble zudem in Sofia und Berlin auftreten.
Ein besonderes Bonbon ist für Schultze die Inszenierung von Gert Jonkes „Die Hinterhältigkeit der Windmaschinen“, die in Osnabrück ihre Uraufführung feiern wird. Jonke starb 2009, sodass dies die letzte Uraufführung eines seiner Stücke sei, meint Schultze. Vielsagend hebt er hervor, dass am Ende des Stücks das Bühnenbild abgebaut wird.
Musikalisch eingebettet ist der Vormittag in Salonmusik, dargeboten von Annika Wahlström an der Violine und Wladimir Krasmann am Flügel. Zudem begleitet Fabian Liesenfeld den Konzertmeister Michal Majerski, bei Paganinis „Cantabile“ und den Mosé-Variationen, die nur auf der G-Saite gespielt werden und trotzdem einen üppigen Tonumfang bieten.
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